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Worum geht es?

Etwa 10% der adventistischen Frauen und 3% der adventistischen Männer in Deutschland geben an, in ihrem Leben schon einmal sexuelle Gewalt erfahren zu haben. In vielen der Fälle sind auch Täterinnen und Täter und/oder Angehörige Teil der Gemeinde...

Die Gemeinde kann und darf nicht schweigen!

Lange Zeit wurde das Thema Sexuelle Gewalt tabuisiert. "Was nicht sein darf, kann nicht sein" - diese Haltung führte zu Vertuschung, Leugnung, Verharmlosung. Das möchten wir ändern!

Wir wollen:

  • für das Thema sensibilisieren
  • Opfern sexueller Gewalt helfen
  • Kinder und Jugendliche durch Prävention besser schützen
  • Täterinnen und Tätern den Handlungsspielraum entziehen
  • Vergebung nicht mit Untätigkeit gleichsetzen

All das kann nicht auf einmal erreicht werden. Aber mit vielen kleinen Schritten kann ein Weg begonnen werden. Paulus schreibt, wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit (1. Kor. 12,26.).

Deshalb wollen wir aufeinander acht haben, füreinander da sein, miteinander voran gehen.

So hat die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland im Dezember 2009 Richtlinien und einen Verhaltenskodex  für alle ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden beschlossen. Im Juni 2010 wurde durch die Freikirche ein unabhängiger Fachbeirat berufen, der sich einerseits um die Erstellung von Materialien kümmert und andererseits in konkreten Fällen angesprochen wird, Fälle entsprechend seiner ihm im Dezember 2010 übertragenen Kompetenz aufzuarbeiten.

Wer ist dabei?

Der Fachbeirat setzt sich zur Zeit aus folgenden Personen zusammen, die ihre persönliche und fachliche Kompetenz im Fachbeirat bündeln:

Mitglieder:

Oliver Gall, Leiter des Fachbeirats, Jurist

Angelika Pfaller, Abteilung Frauen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Norddeutschen und Süddeutschen Verband

Werner Dullinger, Theologe

Martin Wurster, Fachtherapeut

Heidi Albisser, Verantwortliche Fachbeirat sexueller Mißbrauch der Freikirche in der Schweiz

Wo ich Hilfe bekommen kann

Als Person, die von sexueller Gewalt betroffen ist, als Angehöriger oder auch als Täter stehst Du nicht allein. Es gibt kirchliche Beratungsstellen, Vereine und staatliche Stellen  (Jugendämter), die Dich ernst nehmen und Dir zur Seite stehen.

Neben dem eigenen Fachbeirat der Freikirche der STA, auf dessen Seite Du Dich befindest, hier einige weitere Anlaufstellen:

Beratungsstelle des Weißen Kreuzes e.V., Tel. 05609/830990, www.weisses-kreuz.de. Das Weiße Kreuz benennt  Adressen von Seelsorgern, Beratern und Fachstellen in den jeweiligen Regionen.

Beratungsstellen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren, Tel. 0221/569753, www.kinderschutz-zentren.org

Bundesgeschäftsstelle Weißer Ring, Tel. (kostenfrei) 0800/0800342, www.weisser-ring.de
Wildwasser e.V, Tel 06142/965760, www.wildwasser.de

N.I.N.A.-Netzwerk und Anlaufstelle zu sexueller Gewalt an Jungen und Mädchen, Tel. 01805/123465, www.nina-info.de

Wie ich helfen kann

Zuallererst geht es um Aufmerksamkeit dem Thema gegenüber, vor allem aber gegenüber betroffenen Personen. Wer nicht informiert ist, kann Signale nicht deuten oder muss aus Hilflosigkeit wegschauen.

Oft genug kann der Schaden nicht mehr gut gemacht werden, weil die Tat lange zurück liegt, strafrechtlich verjährt ist oder die Täter nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden können. Um so mehr braucht das Opfer das  Empfinden, rehabilitiert zu werden. Das geschieht durch Ernstnehmen, offenes Zuhören und, wenn möglich - durch Intervention in der Gemeinde, um dem Opfer den Platz zurück zu geben, den es verloren hat.

Wo sich hartnäckig Gerüchte über sexuelle Übergriffe zeigen, ist die Hinwendung an eine Beratungsstelle angebracht. Auf keinen Fall soll der vermeintliche Täter konfrontiert werden. Falsche Anschuldigungen wirken zerstörend.

Wenn ein Kind sich auffällig verändert, sich scheu zurückzieht, aggressiv reagiert, in den schulischen Leistungen absinkt, übertrieben sexuelle Sprache benutzt, vor Berührungen zurückschreckt, ist besondere Aufmerksamkeit geboten und Kontakt zu einer Beratungsstelle angebracht.

Finanzielle Hilfe für das Projekt "Sexueller Gewalt begegnen" durch Spenden an Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Konto Nr. 1013398018, BLZ 350 601 90 (KD Bank), Verwendungszweck "Sexueller Gewalt begegnen".